Ihr giftiger
Blick traf ihn wie ein Peitschenhieb mitten ins Gesicht. Er wusste, das hieß
drei Tage Abstinenz.
23. September 2015
„Ich muss ganz ehrlich
sagen: Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in
Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein
Land." Angela Merkel,
Bundeskanzlerin
„Wäre es da nicht einfacher, Sie lösten das Volk auf und wählten ein
anderes?“ (frei nach Bert
Brecht)
22. September 2015
21. September 2015
Sie zeigte Zähne und voluminöse Brüste, die
sie weit nach oben gewuchtet trug. Irgendwie glich sie einem Kapaun, dem Herrn Pfarrer Klein seine Haushälterin. Klar, dass sich die Leute das Maul zerrissen
haben. Wer weiß, wer weiß, sagten sie. Vielleicht wusste ich es –? Jedenfalls
habe ich gehört, da war ich vierzehn, wie sie ihn mit Du ansprach. Ich habe das
aber schön für mich behalten. Eben, als ich im Radio hörte, dass heute in Fulda
die Deutsche Bischofskonferenz angefangen hat, fiel mir das plötzlich ein.
19. September 2015
18. September 2015
Sie stieß ein Ach! aus, wie sie es immer ausstößt, wenn einer von seinem vereiterten Weisheitszahn, Ärger mit dem Finanzamt oder sonst etwas Verdrießlichem berichtet. Man weiß, dass sie den Schmerz nicht nachvollziehen kann, weil keiner den Schmerz, den ein anderer empfindet, nachvollziehen kann. Dennoch, ihr Ach! tut gut. Dieses Mal ging es um den Verlust eines Personalausweises, den ihrigen. Hoffentlich ist er nicht einem Kriminellen in die Hände gefallen, sagt sie und schaut mich fragend an. Hoffentlich nicht, wiederhole ich in Gedanken und sage: Wird schon gutgehen! Jetzt erst merke ich, wie tröstlich ein Ach! ist. Heute Abend werde ich es üben.
17. September 2015
Für das, dass er ein Heidengeld verdient, gibt
er sich in seinem Outfit sehr bescheiden. Selbst wenn er es für opportun hält,
oder es einem gesellschaftlichen Gebot entspricht, sich in Schale zu
werfen, wie letzte Woche bei der Hochzeit seines hochmögenden Cousins,
sieht er immer noch aus, als käme er auf direktem Weg von H&M.
16. September 2015
15. September 2015
Eine Kreuzfahrt, die ist lustig …
Schweigend liefen wir die Abtsgasse hoch in
die Wallstraße zum Lobster. Dem Wirt war der Rheingauer Riesling ausgegangen.
Wir entschieden uns für Sancerre und gingen nach draußen an einen der
Bistrotische. „Ich glaube, meine Alte hat einen an der Klatsche“, brach er das
Schweigen und starrte ewig lange ins Glas. Zaghaft fragte ich: „Wie … wie
meinst du das?“ „Wie ich das meine?“ Er atmete tief durch. „Sie will eine
Kreuzfahrt machen.“ „Jesses –!“ entfuhr es mir. „Ich und eine Kreuzfahrt!“
sprach er kopfschüttelnd. „Und du kannst sie nicht davon abbringen?“ „Kennst
sie doch. Wenn die sich was in den Kopf gesetzt hat … “ Wir prosteten uns zu. „Finde
dich halt damit ab. Es gibt Schlimmeres.“ Etwas Banaleres war mir nicht
eingefallen. „Du hast gut reden“, brummte er. Sie hat wirklich einen an der
Klatsche … eine Kreuzfahrt, und das mit ihm! Im Krieg haben sich Soldaten ins
Bein geschossen, um dem Grauen zu entgehen. Ich überlegte, was er sich antun
könnte. Vielleicht könnte er … „Du könntest dir eine Verletzung beibringen. Ich
meine … also … nichts Schwerwiegendes … aber …“ Er sah mich mit
zusammengekniffenen Augen an. „Die Eier quetschen, oder was?“ „Nee“, lenkte ich
ein, „so weit würde ich nicht gehen.“ „Ich glaube, du hast auch einen an
der Klatsche.“ „Wahrscheinlich“, erwiderte ich, und wir müssen beide lachen.
Gestern schickte er mir eine SMS. „Sind auf Landgang in Palma. Hätte auf Dich
hören sollen!“
14. September 2015
War es Sparsamkeit, weshalb er den Cigarillo nicht endlich ausdrückte, oder schmeckte der Stummel besonders würzig? Eben passierte, was längst abzusehen war … Als er ihn zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmte, verbrannte er sich und ließ ihn reflexartig fallen. „Herrgott noch mal“, fuhr seine Frau ihn an, „kannste nicht aufpassen!“ Kleinlaut grunzte er: „Is ja nix passiert.“ Er trat ihn aus und wedelte die Asche vom Hosenbein. „Bitteschön!“ Die Kellnerin stellte ihr eine Tasse Kaffe hin. „Danke sehr“, erwiderte sie scheißfreundlich. „Der Herr noch einen Wein?“ Er sah seine Gattin fragend an und erwiderte lächelnd: „Nein, danke.“ Einem alten Ehemann genügt ein kurzer Blick und er weiß, was seine Frau denkt.
13. September 2015
Stalin ließ noch die Trittbretter an seinem Auto abmontieren und die Vorhänge in seinen Räumen verkürzen, um sich vor Mordanschlägen zu schützen. Heutzutage gelingt es keinem, unbemerkt in die Nähe eines Staatschefs zu kommen. Die Gefahr geht eher von vergifteten Nahrungsmitteln aus, als von Schusswaffen, meint einer der fünf Leibärzte des türkischen Präsidenten Erdogan. Deshalb lässt Erdogan in einem Speziallabor seines Palasts alle Speisen und Getränke auf radioaktive Strahlung, chemische Stoffe und Bakterien prüfen, bevor sie auf seinem Esstisch landen. Ob ...? Glaube ich nicht.
12. September 2015
Mit den Frauen hat er sein Problem. Nicht, weil Frauen nicht auf dicke Männern stehen. Man kann sie schließlich auf Diät setzen, bis es dünne Männer sind. Es hat auch oft genug Erfolg versprechend angefangen. Aber meist war schon kurz danach Schluss; spätestens dann, wenn sie feststellten, dass es ihn nur im Doppelpack mit seiner Mutter gibt. Sie, eine Augenärztin, die das Leben kennt und ihren Mann nicht halten konnte, stellt dann erleichtert fest: Wie soll das nur weitergehen, der Junge geht doch auf die Fünfzig zu!
11. September 2015
10. September 2015
Wieso ist da vorher noch keiner drauf gekommen?
„Ich muss bei den besorgten Mitbürgern immer ein wenig lächeln. Ich sage denen gern: Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben.“
Margot Käßmann, ehemalige hannoversche Landesbischöfin, in Hamburger Morgenpost
9. September 2015
Heute Mittag beim Äppelwein in Sachsenhausen
Ein alter verhutzelter Mann, tiefgebeugt, von einer
jungen Frau gestützt, seine Enkelin wahrscheinlich, die ihn ermuntert – „Na
komm, Opa“ –, täppelt, Schritt für Schritt, zwischen den Stühlen auf einen
Tisch zu, an dem vier Pärchen sitzen. „Na, Robert“, ruft einer gutgelaunt, „wie
geht’s, wie steht’s?“ Einer von der Sorte, die vor keiner Peinlichkeit zurückschrecken.
8. September 2015
7. September 2015
„Lass den Anderen reden und
suggeriere ihm, Du hättest nie etwas Faszinierenderes gehört als das, was er
eben von sich gegeben hat, und wenn es noch so dämlich ist. Das ist im Übrigen das
Geheimnis des großen Frauenverstehers, der seiner Auserwählten das Gefühl gibt,
sie sei die einzige auf der Welt, der zuzuhören sich lohnt“, belehrte er seinen
Enkel. „Musst nicht gerade Deiner Mutter sagen, dass ich … verstehst schon,
ja?“
6. September 2015
5. September 2015
4. September 2015
„Der Islam gehört zu Deutschland.“
Angela Merkel, Bundeskanzlerin
Denn: Allein im Jahr 2008 wurden in Deutschland 3443 Fälle von Zwangsverheiratungen registriert. 83% in muslimischen Familien. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. 30 Prozent der Opfer waren minderjährige Mädchen, das jüngste, das sich bei einer Beratungsstelle meldete, war erst 9 Jahre alt.
(laut einer Studie, die Familienministerin Kristina Schröder (CDU) 2011 vorstellte.)
3. September 2015
Wörter sind Vereinbarungen
„So nennen wir das Ding, auf dem Du sitzt – Stuhl.“ Er schwieg einen Augenblick, bevor er fortfuhr: „Wenn der Arzt dich nach deinem Stuhl fragt, meint er etwas anderes. Genauso ist es mit dem Wort Ehre: Was der Mafioso unter einer ehrenwerten Tat versteht, ist für uns ein Verbrechen.“
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