23. Dezember 2015

Claudia Sautter (Moderatorin), HR 2 Der Tag:
„Jesus und Mohammed: ziemlich beste Freunde.“
Blaise Pascal (1623-1662, Philosoph und Mathematiker):
„Jesus ließ sich ermorden; Mohammed ließ morden.“

22. Dezember 2015

Heute Morgen um 05.48 Uhr hat der Winter angefangen. Die Magnolie ist verwirrt.





21. Dezember 2015

Ganz gleich, ob man morgens, mittags, abends oder nachts das Radio, den Fernseher anschaltet, es geht immer um dasselbe Thema, und das seit Jahr und Tag, auch wenn alles, was es dazu zu sagen gibt, schon tausendmal gesagt worden ist. Wundert es einen da, wenn selbst der Frömmste irgendwann stöhnt: „Es reicht jetzt langsam!“

20. Dezember 2015

Er stellte Wasser auf, gab zwei gehäufte Löffel Kaffee in die Kanne, goss das heiße Wasser darauf, ließ es ein bisschen ziehen und drückte den Stempel langsam und vorsichtig nach unten. Wenn ich doch nur alles so gut hinbekäme, dachte er.

19. Dezember 2015

In der Signatur der Mail, die er mir schickte, waren zwei weitere E-Mail-Adressen angegeben, dazu seine Festnetz- und seine Handynummer und noch seine Postadresse. Darüber stand: Im Falle eines Falles. Würde er es verstehen, wenn man ihn fragt, ob dieses immer und überall Erreichbar-sein-Wollen möglicherweise pathologische Züge hat? 

18. Dezember 2015



Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime (Mitte)



„Der Zentralrat ist eng verbandelt mit den ägyptischen Muslimbrüdern, die die historische Keimzelle des Islamismus sind. Weiß das die Kanzlerin nicht?“ Alice Schwarzer in FAZ 02.02.2015

17. Dezember 2015

Es gibt Menschen, die sind nicht zu erschüttern.

Nichts bringt sie in Rage und nichts macht sie zittern. Unser Freund N. N. ist so einer; wie Molotow, den sie den Eisenarsch nannten oder Talleyrand, von dem es hieß, man könnte ihm zwanzigmal in den Hintern treten, ohne dass auch nur ein einziger Muskel in seinem Gesicht zucken würde. Ob ich ihn beneiden soll? Oder – bedauern? Ich weiß es nicht.

16. Dezember 2015

Deutscher Wetterdienst, Offenbach








Sie treten von einem Fuß auf den anderen. Es ist ihnen kalt. Sie träumen davon, nicht mehr rauchen zu müssen.

15. Dezember 2015

Vorhin im Getränkemarkt

Ein Gebirge von Mann, knappe zwei Meter hoch und breit wie ein Schrank. Wenn so einer eine kleine Schwäche zeigt, die bei einem andern nicht einmal zur Kenntnis genommen wird, verliert er auf einen Schlag den Nimbus der Unbesiegbarkeit. So einer steht immer unter verschärfter Beobachtung. Egal wo er auftaucht, er wird nie nicht beachtet. 

14. Dezember 2015

Eine falsche Bewegung, das dachten vermutlich alle, die gebannt auf ihre üppigen Brüste starrten – nur eine einzige falsche Bewegung, und es zerreißt ihr die Bluse. 

13. Dezember 2015

Die Hoffnung, er würde eine Bereicherung im Unternehmen ihres Vaters sein, war schon bald nach ihrer Heirat zerstoben. Er wusste alles besser, und er war schnell beleidigt, wenn einer das nicht einsehen wollte. Anfangs imponierte ihr das, sprach das doch für Chefqualitäten. Ihr Vater hingegen merkte sehr schnell, wo der Hund das Loch hat, wie er zu sagen pflegte, und setzte ihn da ein, wo es darum ging, die Honneurs zu machen, denn das konnte er. Dass er dabei Frauen schöne Augen machte, führte schnell dazu, dass es im Betrieb hieß, er vögelte, wen er vor die Flinte kriegt. Vor kurzem meinte ihr Vater: „Schmeiß ihn raus! Der Kerl war ein Fehlgriff. Sonst schmeiß ich ihn raus!“ Vor zwei Tagen, nach dem Frühstück, gestand er ihr, die Sekretärin bekäme ein Kind von ihm. Am liebsten hätte sie ihn umarmt. Statt dessen sagte sie: „Du packst jetzt deine Koffer und machst nen Abgang! In zwei Stunden will ich dich hier nicht mehr sehen!“

12. Dezember 2015

Liveticker

Wen immer ich samstags zwischen halb vier und acht anrufe, alle brüllen sie, noch bevor ich den ersten Ton von mir gegeben habe: „Ich will nichts hören!“

11. Dezember 2015

Nachtrag zum 5. Dezember:

Wenn Gott wirklich existierte, müsste man ihn beseitigen. Michail Bakunin (1814-1876)

10. Dezember 2015

Apropos: „Der Islam gehört zu Deutschland!“

Welchen Islam meint die Kanzlerin eigentlich? Den wahabitischen oder den schiitischen, den sunnitischen, den salafistischen, den dschihadistischen, den alevitischen, charidschitischen oder den zaiditischen, den sufistischen oder …? Irgendeinen muss sie doch meinen –?

9. Dezember 2015


Deutschland trägt als drittgrößter Waffenexporteur hinter den USA und Russland Mitverantwortung für die „Gräueltaten des IS“, stellt Amnesty International fest. Deshalb macht die Kanzlerin ein besonders freundliches Gesicht, wenn die Geschädigten zu uns kommen. Schließlich wären sie doch ohne uns gar nicht hier. Und billige Arbeitskräfte, die brauchen wir auch.

8. Dezember 2015

Wenn einer Witze über Jesus macht, und du lachst nicht darüber, zeigt das, dass du keinen Humor hast. Macht einer Witze über den Propheten, und du lachst ­–? Dann zeigt sich, dass andere keinen Humor haben.

7. Dezember 2015

Nie habe ich erlebt, dass er auf eine Frage verzögert reagiert hätte. Nichts schien ihn zu überraschen. Seine Antworten kamen wie die perfekten Returns eines Tennisspielers. Nur gestern kam nichts, als er gewahr wurde, dass seine Partnerin mit ihrem Klavierlehrer ein Verhältnis hat. 

6. Dezember 2015

5. Dezember 2015

Wenn Gott existiert, dann war er auch in Auschwitz. 
Prof. Hans Küng, katholischer Theologe 
Zur Zeit hält er sich vermutlich in Syrien auf.

2. Dezember 2015

Absentieren!

Großartig! … Wie er nur auf diese verbale Preziose gekommen ist –  absentieren.  Seiner Miene nach beglückwünschte er sich selber für diesen semantischen Geniestreich. Wenn nicht jetzt, nachher aber geht ihm bestimmt einer ab. 

1. Dezember 2015

Vor kurzem am Telefon, als wir über die Attentate in Paris sprachen, meinte er, die Kreuzzüge wären auch nicht ohne gewesen. Ich stimmte ihm zu; eine widerwärtige Perversion der Bergpredigt, sagte ich, genauso wie die Inquisition. Bei den Muslimen aber sei das anders, gab ich zu bedenken, und zitierte den türkischen Schriftsteller Zafer Senoca: „Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran.“ Zu meiner Überraschung fuhr er mich in einem scharfen Ton an: Weißt du, dass du eben meinen Vater beleidigt hast? Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Sein vor Jahren verstorbener Vater, der ein Perser war, wie man Iraner nannte, als der Schah noch regierte, hatte, wie jeder wusste, mit dem Islam nichts am Hut. 

30. November 2015

Name geändert

Trüge sie Hotpants und stünde sie auf High Heels, es würde ihr auch nichts helfen.

29. November 2015





Es gehört schon Überwindung dazu, beim Klingeln des Telefons nicht alles liegen und stehen zu lassen.

28. November 2015

All das, was ich hier im Wohnzimmer sehe, betont er und macht mit der Hand einen stolzen Rundumschwenk, mit Ausnahme des Fernsehers, stamme aus Familienbesitz, teils väterlicherseits, teils aus der mütterlichen Verwandtschaft. Interessant, sage ich und denke: Dieser Plüsch und Plunder sieht auf den ersten Blick würdevoll aus, nimmt einem aber schon im nächsten Moment den Atem. So stelle ich mir die Wirkung von Gärgas vor. 

27. November 2015

Vorhin

Sein weggetretener Blick wirkte, als hätte er gerade einen durchgezogen und wäre irgendwo, nur nicht hier.

26. November 2015

Ihm fehlt der Aplomb, um bei einer derart selbstbewussten Figur, wie seine Frau Gemahlin eine ist, nicht ins Schleudern zu geraten; so auch gestern, als er einen Witz machte … zugegeben, einen allzu harmlosen, der ihm einen strafenden Blick einbrachte, der keinem entging, ihm am allerwenigsten. 

25. November 2015

„Sein Denken bleibt in Erinnerung!“ Angela Merkel über Helmut Schmidt, Trauerfeier 2015

„Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“ Helmut Schmidt, 2008

24. November 2015

Noch nie hat er über seine Malaisen gesprochen. Jedes Thema, das mit Krankheit zu tun haben könnte, würgt er schon im Ansatz ab. Dabei geht es ihm gar nicht gut, wie jeder weiß. Aber vielleicht fürchtet er ja, ein Fluch könnte ihn treffen, wenn darüber gesprochen wird –?

23. November 2015

Frankfurt, Römer

















Mein Zahnarzt hat Angst vor einem Terroranschlag. 
Und ich habe Angst vorm Zahnarzt.